Rezension: Mein bester letzter Sommer – Anne Freytag

Rezension: Mein bester letzter Sommer – Anne Freytag

Inhaltsangabe

„Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …“

Bild des Buches Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag
Titel: Mein bester letzter Sommer | Autorin: Anne Freytag | Verlag: Heyne fliegt | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 368 | Preis: 14,99€ | ISBN: 978-3-453-27012-1

„Mein bester letzter Sommer“ ist das erste Werk, welches ich von Anne Freytag gelesen habe. Ihr allererster Jugendroman über die Geschichte von Tessa und Oskar ist weitaus mehr als ein Jugendroman, sondern vielmehr für alle Altersgruppen geeignet.

Tessa erfährt, dass sie sterben wird und dass sie gar nicht mehr so viel Zeit hat, die Dinge zu erledigen, auf die sie immer geduldig gewartet hat. Auf den perfekten Jungen zum Beispiel. Dem ersten Kuss. Oder ihrem Führerschein. Stattdessen überlegt sie nun wie sie ihre Beerdigung gestalten möchte, zieht sich vollkommen zurück und lässt nichts und niemanden an sich heran. Bis sie auf Oskar trifft und mit ihm ihrem letzten besten Sommer verbringt. Eine Reise von München nach Italien und ein Sommer ist alles was Tessa und Oskar – liebevoll Teskar genannt –  bleibt.

Die Aufmachung des Buches ist der Wahnsinn: Schlicht, elegant und unglaublich stilvoll. Kleine Akzente hier, verspielte Details dort. Die Reiseroute von München nach Foggia zu Beginn, eine Playlist der beiden hinten im Buch. Ein kreatives Meisterwerk, welches die Gestaltung des Romans gelungen abrunden.

Tessa ist wütend, verzweifelt und mehr als enttäuscht. Wie kann es sein, dass sie ihr Leben nicht mehr auskosten darf? Sie hat sich doch nichts zu Schulden kommen lassen, nein, hat sich ganz und gar gefügt. Musterschülerin, die sich immer an die Regeln gehalten hat – doch wofür? Sie war immer das perfekte Gegenteil zu ihrer doch so vorlauten und chaotishen Schwester und doch wird sie bestraft. Tessa versteht die Welt nicht mehr: Es ist nicht fair, dass sie sich immer vorbildlich verhalten hat und es ihr doch nichts genützt hat. Es ist nicht fair, dass ihre Eltern ihr die Wahrheit verschwiegen haben. Es ist nicht fair, dass alle anderen schon so viel mehr erlebt haben als sie. Und es ist auch nicht fair, dass man das Leben erst zu schätzen weiß, wenn es schon zu spät ist. Dann trifft Tessa auf Oskar und lernt nicht nur sich selbst, sondern auch die ihr verbliebene Zeit und das Leben zu lieben.

„Das Leben wird nicht definiert von denen Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben.“ ( Mein bester letzter Sommer, S. 24)

Oskar ist so ein liebenswürdiger Junge, dass man fast nicht glauben kann, worauf er sich einlässt. Ich bin mir nicht sicher, ob andere Jungs so handeln würden wie Oskar, doch im Roman kann man nichts anderes fühlen als Stolz. Oskar weiß überhaupt nicht worauf er sich einlässt, als er Tessa auf ihrem Weg begleitet und doch lässt er sie nicht im Stich. Seine naive und liebevolle Art und Weise macht ihn umso sympathischer und zeigt auf, dass wir in schweren Zeiten niemals allein sein müssen, wenn wir uns doch nur fallen lassen. Ich bewundere Oskar für seinen Mut, für seinen respektvollen Umgang mit Tessa und dafür, dass er sich selbst ganz hinten anstellt. Ich wüsste nicht, ob ich dazu fähig wäre.

Bild des Buches Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag

Nachdem ich schon „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green regelrecht verschlungen und geliebt habe, war ich bei „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag zunächst skeptisch. Mit hohen Erwartungen begann ich die Geschichte von Tessa und Oskar und natürlich ist die Liebesgeschichte teils etwas kitschig und viel zu niedlich, aber welche erste Liebe war das nicht? Ausgesprochen gut gefallen hat mir aber die Ernsthaftigkeit, die in jeder Zeile mitschwang. Es wird nichts beschönigt oder weggelassen, hier kommen Fakten auf den Tisch und das kommt gut an. Anne Freytag spricht aus, was viele denken und worüber nicht gesprochen wird. Wie geht man mit dem Tod um? Wie verhält man sich als Elternteil? Wie fühlen die jeweiligen Parteien? Was bin ich bereit zu opfern? Wie kann ich glücklich sein?

Ein melancholisches, sentimentales und zugleich glückliches, fast euphorisches Gefühl hing wie eine dunkle Wolke über mir als ich den Roman beendet hatte. Warum? Weil die Geschichte um Teskar mich so unglaublich beeindruckt. Danke, Anne.

„Wie bitte sagt man jemandem, dass man sich in ihn verliebt hat, wenn man ihm kurz darauf sagen muss, dass es einen schon bald nicht mehr geben wird?“ (Mein bester letzter Sommer“, S. 84)


Fazit

„Mein bester letzter Sommer“ ist ein erfrischender, positiver und äußerst schöner Roman über die erste Liebe, das Schicksal, das Leben und allem was dazu gehört – die schönen und die weniger schönen Seiten. Ein wahrlich authentischer Roman, der nichts beschönigt und uns mitnimmt auf eine ernste, aber doch spannende Reise durch das Leben in all seinen Facetten.


Über die Autorin

„Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser und wurde von der Presse gefeiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.

In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken …“ (Quelle)


Lieblingslinks

Rezension: „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag von Petzi auf dem Blog „Die Liebe zu den Büchern“

(Rezension) Anne Freytag – “ Mein bester letzter Sommer“ von Jess auf dem Blog „Primaballerina´s books“

Rezension | Anne Freytag – Mein bester letzter Sommer  von Lena auf dem Blog „My Book Blog“

Rezension: Mein bester letzter Sommer von Lea auf dem Blog „Liberiarium“



4 thoughts on “Rezension: Mein bester letzter Sommer – Anne Freytag”

  • Liebe Giv,
    die Bilder und Details zu Beginn und Ende des Buches sind wirklich wunderschön! Da verliebe ich mich direkt auf den ersten Blick in dieses Werk 🙂 Bisher war ich auch eher skeptisch, da ich The Fault in our Stars so gut fand und das Thema nun wirklich sehr ähnlich ist. Doch vor allem deine Rezension zeigt mir, dass ich es lesen sollte, da es sich von anderen Werken dieser Art abzuheben vermag. Danke dir für die wunderbare Rezension! 🙂
    Liebe Grüße,
    Anna

  • Liebe Anna,
    Die umfassende und detaillierte Gestaltung ist etwas besonderes und vervollständigen das Buch definitiv! Nicht nur du hast dich gleich verliebt 🙂
    Es freut mich, dass du „Mein bester letzter Sommer“ nun vielleicht doch eine Chance gibst, ich sehe es nicht als Konkurrenz zu „The Fault in our Stars“ sondern eher als eine literarische Ergänzung aus einer anderen Perspektive. Ich hoffe, es gefällt dir genauso gut wie mir und freue mich von dir zu hören!
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende! ♥

  • Hallo liebe Giv,
    zuerst einmal: ich finde dein neues Blogdesign richtig richtig toll! <3

    Und nun zum Buch: "Mein bester letzter Sommer" war damals, als es rauskam, in aller Munde und allein des Covers wegen wollte ich eigentlich sofort zuschlagen. Nachdem ich dann aber erfuhr, dass die Protagonistin sterben wird, habe ich mich umentschieden und die Finger von dem Buch gelassen. Keine Ahnung wieso, aber ich dachte, es wäre eins dieser tieftraurigen Bücher, durch die der Leser wochenlang in ein Loch fällt. Jetzt, nach deiner Rezension, sieht das aber so aus, als wenn das gar nicht der Fall ist! Menno. Das Buch wandert jetzt direkt auf den Wunschzettel und dort bleibt es auch, bis es in den Einkaufswagen wandert.

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

    • Hallo Maike,
      vielen Dank für dein positives Feedback! Mir selbst gefällt es auch sehr viel mehr als vorher 🙂
      Natürlich behandelt Anne Freytag in „Mein bester letzter Sommer“ keine einfache Thematik, aber ich persönlich finde nicht, dass es solche Auswirkungen hat wie du sie oben beschrieben hast. Aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung und empfindet jeder Leser anders. Ich freue mich sehr, dass du dem Buch eine Chance geben möchtest – sag mir dann unbedingt wie du es fandest!
      Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende!
      Liebe Grüße,
      Giv ♥

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