Rezension: Die Ungehörigkeit des Glücks – Jenny Downham

Inhaltsangabe

„Das Leben der 17-jährigen Katie nimmt eine dramatische Wendung, als ein Anruf ankündigt, dass ihre Großmutter Mary bei ihr zu Hause einziehen wird. Ihre Mutter Caroline hat dem widerwillig zugestimmt, denn sie hatte seit vielen Jahren keinen Kontakt zu Mary und ist nicht gut auf sie zu sprechen. Katie muss mit der ihr fremden Großmutter das Zimmer teilen. Und sie fängt an, sich für Marys Geschichte zu interessieren. Katie will dem Familiengeheimnis auf die Spur kommen. Das ist nicht einfach, weil Mary an Alzheimer leidet. Doch Katie erkennt verblüffende Ähnlichkeiten zwischen sich und Mary: beide haben eine ungehörige Vorstellung vom Glück …“ (Quelle)

Die Ungehörigkeit des Glücks - Jenny Downham - A handful of literature
Titel: Die Ungehörigkeit des Glücks | Autor: Jenny Downham | Verlag: C. Bertelsmann | Format: Hardcover | Seitenanzahl: 480 | Preis: 19,99€ | ISBN: 978-3-570-10292-3 | Vielen Dank an den Bertelsmann Verlag aus der Verlagsgruppe Random House für das Rezensionsexemplar!

Rezension

„Die Ungehörigkeit des Glücks“ der britischen Autorin Jenny Downham ist ihr mittlerweile drittes Werk. Nach ihrem Durchbruch mit dem Roman „Bevor ich sterbe“ und dem Jugendroman „Ich gegen dich“, überzeugt Frau Downham nun mit einer interessanten Familiengeschichte, die mich rasch fesseln konnte.

In „Bevor ich sterbe“ erzählt Jenny Downham die Geschichte der 16-Jährigen Tessa, die an Leukämie erkrankt und erfährt, dass sie nicht mehr viel Zeit zum Leben hat. In „Ich gegen dich“ beleuchtet Jenny Downham die Geschichte des Jugendlichen Mikey, der hilflos versucht mit der Vergewaltigung seiner Schwester umzugehen und dabei auch noch versuchen muss, die zerrüttete Familie zusammenzuhalten. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Jenny Downham sich in ihrem dritten Roman auch einem schwierigem Thema widmet und sich hiermit gefühlvoll auseinandersetzt. Wichtige Themen, die allgegenwärtig sind, auch wenn wir uns die Tatsachen nicht oft vor Augen führen.

„>> Vergnügen wächst in vereinzelten Blüten über die ganze Erde verstreut, um von jedem gepflückt zu werden, der es findet. <<“ (S. 145 – Die Ungehörigkeit des Glücks)

Alzheimer. Ein Begriff, den jeder schon mal gehört hat. Eine Krankheit mit der die wenigsten umgehen können. Katie und ihre Mutter Caroline sind wahrlich überrumpelt, als sie erfahren, dass der Gefährte von ihrer Großmutter Mary verstorben ist und es nun an Ihnen liegt, Mary zu betreuen. Caroline, die kein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hat, da diese sie in ihrer Kindheit im Stich gelassen hat, ist nicht begeistert von der Tatsache, dass sie sich um ihre Mutter kümmern soll und ist schlecht auf die neue Situation zu sprechen. Vor allem Katie, die ihre Großmutter bis zu dem Tag nicht kannte, wird die vorläufige Betreuung der an Alzheimer erkrankten Seniorin anvertraut. Ganz im Gegenteil zu ihrer Mutter, verstehen die beiden sich allerdings auf Anhieb und eine wunderbare Freundschaft entsteht. Katie versucht gar nicht erst ihre Großmutter einzuschränken oder ihrer Freiheit zu berauben, sondern hört ihr aufmerksam zu und unternimmt vielerlei mit ihr. Mary blüht auf, erzählt Geschichten aus ihrem Leben und beeindruckt Katie – so sehr, dass diese beginnt die Erinnerungen ihrer Oma in einem Notizbuch festzuhalten. Drei Frauen, drei Generationen, drei Lebensgeschichten und eine ganz besondere Familie.

Mir hat „Die Ungehörigkeit des Glücks“ unheimlich gut gefallen und ich war recht überrascht, als die Geschichte so schnell ausgelesen war. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man ein Buch unbedingt zuende lesen möchte, weil man wissen möchte wie es ausgeht und auf der anderen Seite gar nicht weiter lesen mag, weil das Buch sonst wirklich endet? Jenny Downham liefert eine realistische Erzählung, die besonders junge Mädchen unter 20 Jahren anspricht, da sie sich mit wichtige Themen wie das Leben in einem Haus mit mehreren Generationen, die Wichtigkeit von Familienzusammenhalt und die Bedeutung von Homosexualität im jungen Alter auseinandersetzt. 

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Mary und Katie geschildert und obwohl der Leser dadurch einen umfassenden Blick der Situation erhascht, fehlt die Sicht von Caroline gänzlich. Eine wichtige Stimme, die der Geschichte den letzten Schliff verliehen hätte. Trotzdessen verleihen Marys Rückblicke und Erzählungen der Geschichte eine persönliche Note und lassen die Erlebnisse deutlich authentischer wirken.

Wer einen Menschen mit Demenz oder Alzheimer kennt, weiß wie schwierig es sein kann mit diesen Menschen zu kommunizieren, aber auch wie wichtig es ist den richtigen Umgang mit diesen Menschen zu pflegen. Denn trotz der Krankheit und der vielen Gedächnislücken, sind diese Patienten in aller erster Linie auch nur Menschen. Diese Geschichte hilft an Alzheimer erkrankte Menschen besser zu verstehen und zeigt auf, dass es sich trotz aller Schwierigkeiten lohnt, sich in die Menschen hineinzuversetzen und sich für sie einzusetzen.


Fazit

Eine unglaublich berührende Geschichte, die sehr ans Herz geht und einen beim Lesen immer wieder kurz innehalten lässt. Fluch und Segen des Alterns werden gefühlvoll und aus mehreren Perspektiven beeindruckend dargestellt und die sympathischen Charaktere nehmen einen rasch mit auf eine Achterbahn der Gefühle.


Über die Autorin

„Jenny Downham war Schauspielerin, bevor sie mit ihrem ersten Roman Bevor ich sterbe einen Weltbestseller schrieb. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.“ (Quelle)


Lieblingslinks

„|Rezension| Jenny Downham „Die Ungehörigkeit des Glücks““ von Heike auf dem Blog „Umblättern“

„Die Ungehörigkeit des Glücks {Rezension}“ auf dem Blog „Unauffällig auffallend“

„Die Ungehörigkeit des Glücks #Rezension“ von Elizzy auf dem Blog „Read books and fall in love“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.