Rezension: Das Rosie Projekt – Der perfekte Weg die Frau fürs Leben zu finden

Rezension: Das Rosie Projekt – Der perfekte Weg die Frau fürs Leben zu finden

Inhaltsangabe

„Don Tillmann will heiraten. Allerdings findet er menschliche Beziehungen oft höchst verwirrend und irrational. Was tun? Don entwickelt das Ehefrauen – Projekt: Mit einem 16-seitigen Fragebogen will er auf wissenschaftliche exakte Weise die ideale Frau finden. Also keine, die raucht, trinkt, unpünktlich oder Veganerin ist.

Und dann kommt Rosie. Unpünktlich, Barkeeperin, Raucherin. Offensichtlich ungeeignet. Aber Rosie verfolgt ihr eigenes Projekt: Sie sucht ihren biologischen Vater. Dafür braucht sie Dons Kenntnisse als Genetiker. Ohne recht zu verstehen, wie ihm geschieht, lernt Don staunend die Welt  jenseits beweisbarer Fakten kennen und stellt fest: Gefühle haben ihre eigene Logik.“

Bild des Buches Das Rosie Projekt von Graeme Simsion
Titel: Das Rosie Projekt | Autor: Graeme Simsion | Verlag: Fischer Verlag | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 368 | Preis: 9,99€ | ISBN: 978-3-596-19700-2





Erster Satz

„Ich denke, ich habe eine Lösung für das Ehefrauen-Problem gefunden.“


Rezension

Nein, Don. Da liegen Sie leider falsch. Wir wissen, dass Gefühle auf eine ganz andere Art und Weise funktionieren, doch würden sie einem Genetikprofessor widersprechen? Wahrscheinlich nicht. Würden sie jemandem wiedersprechen, der sich schwer tut im sozialem Umgang miteinander, recht unflexibel ist und alles (wirklich alles!) penibel plant oder nichts, aber auch rein gar nichts mit Gefühlen anfangen kann? Dem wahrscheinlich schon.

Don Tillmann ist Genetikprofessor in Australien, hat zwei richtige Freunde, bewertet Fremde auf dem ersten Blick anhand ihres BMIs, hält sich streng an seine Pläne und wird von vielen Außenstehenden sogar als Autist bezeichnet, obwohl Simsion dies nie deutlich hervorbringt. Dennoch, Don ist ulkig und urkomisch. Und das macht ihn schon wieder so sympathisch. Aber von vorne.

Auf der Suche nach der Frau fürs Leben, kommt Don zu dem Schluss, dass es nur einen Weg gibt ihn ans Ziel zu führen. Ein 16-seitiger Fragebogen, den die potentielle Kandidatin möglichst ehrlich und ausführlich beantworten soll, soll die perfekte Partnerin aus einem riesigen Genpool herausfiltern. Dank Dons abnormalen hohen Erwartungen ist dies fast unmöglich und erst später bedenkt Don, dass auch er der Frau gefallen muss. Ein Gedanke, mit dem er sich vorerst noch anfreunden muss.

Mit Gene´s Hilfe fällt Rosie bei Don mit der Tür ins Haus und stellt sich als einen wahren Wirbelwind in seinem sonst so strukturiertem Leben dar. Rosie ist Raucherin, Barkeeperin und alles andere als das was Don sich vorgestellt hat. Schnell wird sie von Don herausgefiltert und als Bekannte oder Freundin eingestuft. Aber auch Rosie kommt die Bekanntschaft mit Don zu Gute: Sie sucht ihren biologischen Vater und kann auf die genetischen und wissenschaftlichen Kenntnisse von Don vertrauen. Und so startet nicht nur das Ehefrauen-Projekt, sondern auch das Vater-Projekt, an das Don auch letztendlich sein Herz verliert.

„>>Wissen Sie eigentlich, wie das geht – entspannen? Können Sie einfach nur Spaß haben?<< Die Frage war zu komplex, als dass ich sie nach dem erneuten Anfahren über das Windgeräusch hinweg hätte beantworten können. Spaß zu haben führt nicht zu allumfassender Zufriedenheit. Das haben Studien lückenlos bewiesen. >> Sie haben die Ausfahrt verpasst<<, sagte ich. >> Korrekt<<, antwortete sie wieder mit dieser Automatenstimme. >>Wir fahren zum Strand.<< Als ich protestierte, redete sie laut dagegen. >>Ich höre Sie nicht, ich höre sie nicht.<<“ (Seite 119, Das Rosie-Projekt)

Wer hier einen typischen Liebesroman erwartet, wird nicht ausreichend bedient. Jeder Charakter, allen voran Rosie und Don, sind auf ihre eigene Art witzig, eigen, individuell und liebenswert, definitiv aber auch gewöhnungsbedürftig. Fans von Serien wie „The Big Bang Theory“ kommen hier auf ihre Kosten, gerade weil Don so eine Ähnlichkeit mit dem Serien-Held Sheldon Cooper verbindet und der Humor der gleiche, aber eben nicht jedermanns Stil ist. Der Roman ist alles andere als typisch und ist auch keine 08|15 Romanze, bei der man sicher davon ausgehen kann, dass es ein Happy End geben wird. Es war aber genau das, was mir so gut gefallen hat. Hier geht es um Figuren aus dem wahren Leben, die ebenso durch Dick und Dünn gehen müssen – ob sie möchten oder nicht.

Simsion legt einen lockeren, leichten und sehr nüchternen Schreibstil an den Tag, der perfekt den Charakter von Don Tillmann unterstreicht und zusätzlich betont. An einigen Stellen wünscht man sich ein wenig mehr Emotionalität von seiner Seite, muss aber herzlich lachen, weil er sich so herrlich naiv und tollpatschig anstellt. Gefallen hätte es mir ebenfalls, wenn einige Situation oder Kapitel aus Rosie´s Sicht geschrieben worden wären, da das den humorvollen Charakter sichtlich unterstützt hätte.


Fazit

„Das Rosie-Projekt“ ist eine ausgesprochen unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, die mit außergewöhnlichen und liebenswürdigen Figuren punkten und für ein herrliches Lesevergnügen sorgen kann.


Über den Autor

„Sein erster Roman, ›Das Rosie-Projekt‹, wurde auf Anhieb ein Welterfolg und stand in Deutschlang monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste. Mit dem Roman ›Der Rosie-Effekt‹ und jetzt ›Der Mann, der zu träumen wagte‹ setzt der Australier Graeme Simsion seine Erfolgsgeschichte fort. Simsion war erfolgreicher IT-Berater, bis er mit dem Schreiben anfing. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Melbourne.“ (Quelle)


Lieblingslinks

Rezension: „The Rosie Project“ von Graeme Simsion  auf dem Blog „Buchstapelwiese“

Simsion, Graeme: Das Rosie Projekt von Anja auf dem Blog „Der Bücherblog“



4 thoughts on “Rezension: Das Rosie Projekt – Der perfekte Weg die Frau fürs Leben zu finden”

  • Was für eine tolle Rezension! Ich habe das Buch bereits öfters in der Buchhandlung oder auf Instagram gesehen, mich aber nicht weiter damit beschäftigt. Das wird sich jetzt ändern, denn deine Beschreibung hat mich sehr neugierig gemacht. 🙂 Fan von The Big Bang Theory bin ich auch, da kann ja eigentlich kaum noch was schief gehen!
    Liebe Grüße
    Maren

    • Liebste Maren,
      ersteinmal vielen Dank für deinen lieben Kommentar, deine Worte bedeuten mir sehr viel 🙂
      Ich freue mich, dass ich dich mit meiner Rezension überzeugen konnte und hoffe, dass dir der Roman genauso gefallen wird wie mir. Sage mar unbedingt umgehend Bescheid, sobald du es gelesen hast, ich bin gespannt auf deine Meinung 🙂
      Viele liebe Grüße und einen schönen Abend. ♥

    • Hallo Erik,
      schön, dass es dir da genauso geht wie mir. Die Fortsetzung wartet ebenfalls darauf von mir gekauft zu werden, aber du weißt ja wie das ist 🙂
      Lieben Gruß

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