On the road: Torquay, UK

“It´s a funny thing coming home. Nothing changes. Everything looks the same, feels the same, even smells the same. You realize what´s changed is you.” – Eric Roth

Wenn einem die Möglichkeit angeboten wird, für drei Wochen ins Ausland zu gehen und dort zu arbeiten, würden die allerwenigsten dieses Angebot ablehnen. Auch ich packte gedanklich schon meine Koffer als das Thema aufkam und ich wusste: Diese Chance darfst du dir nicht entgehen lassen!

Und so habe ich vom 12. März bis zum 01. April eine einzigartige Zeit in Torquay in der wundervollen Grafschaft Devon im Südwesten Englands verbracht. Und ich bereue keine einzige Sekunde davon. Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an meine Firma, meine Berufsschule und das Erasmus+ Programm der Europäischen Union, die dieses Praktikum überhaupt erst ermöglicht haben.

Am Sonntagmorgen trafen weitere Schüler und ich uns am Flughafen in Hannover und machten uns auf die lange Reise nach Torquay. Ein einstündiger Flug, eine fünfstündige Busfahrt und die Unzuverlässigkeit der englischen Verkehrsmittel raubten uns die Nerven und ließen uns so manches Mal verzweifeln. Umso glücklicher waren wir, als wir abends endlich ankamen, unsere Gastfamilien kennenlernten und unsere neuen Unterkünfte beziehen konnten. Ich wohnte mit Lea (einer anderen Schülerin und mittlerweile guten Freundin) bei Mandy und ihren Tieren (dazu gehörten: Hühner, Bienen, Fische, ein Hase, zwei Katzen, zwei Hunde und drei Alpakas) in einer alten umgebauten Mühle in Churston, 30min von Torquay entfernt.

Am Montag fand eine Begrüßung und Informationsveranstaltung seitens der Organisation „The Training Partnership“ statt, der eigentliche Arbeitsalltag begann erst am Dienstag und so konnten wir uns noch eingewöhnen und es etwas ruhiger angehen lassen.

Ich habe in dem kleinen Maklerbüro von „Sunshine Luxury Villas“ in Dartmouth gearbeitet und mich zusammen mit vier weiteren Mitarbeitern um den Verkauf von Immobilien auf Zypern beschäftigt. Die Arbeit im Büro dort ist mit der Arbeit hier nicht zu vergleichen. Es herrscht ein kollegiales und entspanntes Verhältnis, es war aber auch deutlich chaotischer und unorganisierter als ich es von hier kenne. Erstaunlicherweise hat es trotz dessen funktioniert und es wurde fleißig gearbeitet. Ich wurde herzlich empfangen, schnell ins Team aufgenommen und wurde eher weniger als Praktikantin behandelt. Ich durfte sehr selbstständig arbeiten und freute mich über das Vertrauen meines neuen Arbeitgebers. Zu meinen Aufgaben gehörte das Hochladen von Immobilien auf die eigene Website, aber auch auf diversen Immobilienportalen, die Pflege der eingestellten Objekte, das Schreiben von Artikeln (z.B. für Social Media) und das Gestalten von Flyern. Das absolute Highlight war jedoch, dass ich jeden Morgen die Fähre nehmen musste, um meine Arbeitsstelle zu erreichen!

Die Zeit verging  wie im Flug! Neben der Arbeit blieb noch viel Freizeit und so fanden wir uns  oft in Pubs zusammen, tranken den beliebten Cider, feierten den St. Patricks Day und tanzten zu wundervoller Live Musik! Auch erkundeten wir oft die Gegend, machten ganz Torquay unsicher, besuchten die Stadt Exeter, erklommen den Berry Head in Brixham oder machten einen kleinen Road Trip durch die Dartmoors. Aber Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte.

Lea und ich verstanden uns auf Anhieb sehr gut, verbrachten viel Zeit zusammen und sind gute Freunde geworden. Auch Mandy und ihre Eltern sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich wusste nicht, dass drei Wochen die eigene Welt so sehr auf den Kopf stellen können! Das Praktikum war eine wunderbare Erfahrung, die ich um nichts in der Welt missen möchte.

Nicht nur habe ich eine andere Kultur näher kennenlernen dürfen, andere Menschen getroffen und vieles unternommen, nein, auch ich habe mich verändert. Ich selbst bin selbstbewusster, aber auch anderen gegenüber  toleranter geworden. „Ich kam als Fremde und ging als Teil der Familie.“  Eine unglaubliche Erfahrung, die ich nur jedem ans Herz legen kann.

Und auch wenn der Brexit Europa noch bevorsteht, wird mich das nicht davon abhalten einen Stopp in England einzulegen. Ein baldiges Wiedersehen ist definitiv nicht ausgeschlossen und ich freue mich, meine zweite Heimat bald wieder zu sehen. 🙂

One thought on “On the road: Torquay, UK

  1. Hallo liebe Giverney,

    ein sehr schöner Bericht, der mich an meine Zeit in den USA erinnert, als ich dort 6 Wochen bei einer Gastfamilie gelebt habe und zur Schule gegangen bin. Das ist nun 20 Jahre her und ich bin dort ebenfalls ein Teil der Familie geworden. Ich würde genau wie du sagen, dass ich dort auch eine zweite Heimat habe. Deine Bilder lösen bei dir sicher auch eine Art Sehnsuch aus, oder? Ich wünsche dir, dass du deine zweite Heimat bald wieder besuchen kannst.

    Ganz liebe Grüße
    Karin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.