Das Literaturcamp in Heidelberg

Am letzten Juniwochenende fand das Litcamp in der baden-württembergischen Stadt Heidelberg statt. Schon zum zweiten Male organisierte Susanne, die einige von euch vielleicht von der Literaturplattform literaturschock.de kennen, das Barcamp zum Thema Literatur. Ein Barcamp ist eine Art mehrtägige Tagung mit offenen Workshops, die von den Teilnehmern selbst gestaltet werden.

Ich hatte sehr viel Glück und gewann das Ticket für das Literaturcamp auf Twitter. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an @lookingheart und @alushjourney! Die weite Anreise hielt mich bisher davon ab, selbst ein Ticket zu kaufen, weshalb ich mich umso mehr freute, das Ticket gewonnen zu haben!

Da ich das Ticket allerdings erst sehr kurzfristig vorher gewann, blieb mir nicht mehr viel Zeit eine Unterkunft und die Anreise zu organisieren. Wichtig war mir vor allem, nicht zu viel Geld für ein kurzes Wochenende auszugeben. Auf der Seite des Literaturcamp fand ich sehr schnell ein günstiges Hostel, welches ich mit drei anderen Bewohnern teilen sollte. Eine gute Chance neue Leute kennenzulernen! Wie sich herausstellte, teilte ich das Zimmer mit Karen, Philipp und Stefan –  drei Germanistikstudenten aus Göttingen (ganz in meiner Nähe!) und sie planten ebenfalls das Literaturcamp in der alten Feuerwehrwache zu besuchen. Bei der Planung für die mögliche Anreise, holte ich mir Alex und ihren Mann Basti von Buchverrueck.de mit ins Boot. Nicht nur waren Alex und ich mittlerweile durch die Fusionierung unserer Firmen Kolleginnen geworden, nein, wir verstanden uns auch abseits der Arbeit prima und so lag es nur nahe, dass wir gemeinsam Richtung Heidelberg aufbrechen würden. Am Freitag abend, nach 7 Stunden Autofahrt und der Mitnahme von zwei weiteren Autorinnen, kamen wir erschöpft, aber glücklich und wahnsinnig aufgeregt in Heidelberg an. Gemeinsam aßen wir noch in einem italienischen Restaurant zu Abend und machten es uns dann auf unseren Zimmern gemütlich.

Litcamp17 in Heidelberg - A handful of literature

Nachdem am Freitagabend nicht mehr viel Zeit für Vergnügung übrig blieb, holten Alex, Basti und ich dies am Samstag Abend nach, auch wenn dies bedeutete, dass wir die Night Sessions ausfallen lassen mussten. Stattdessen erkundeten wir die Heidelberger Innenstadt, verliebten uns in die wunderschöne Architektur, aßen gemeinsam zu Abend und trafen uns später noch mit Karen, Philip und Stefan auf einen Wein und Cocktails. Ein wirklich toller Abend!

Auf dem Litcamp lernte ich die Autorin Alana Falk persönlich kennen (dieses Interview könnte euch bekannt vorkommen!), saß neben Anna von Ink of Books in einer Session und wurde von Bianca von Literatouristin an der Anmeldung erkannt und euphorisch begrüßt! Ich sage euch, sowas erlebt man nur auf dem Litcamp und auf den Buchmessen! 

Das Litcamp wurde sehr herzlich von Susanne und ihrem Team organisiert! Sei es das leckere vegane Essen, das Slush Eis, die Aufladestation oder oder oder… Man fühlte sich gleich gut aufgehoben und wurde herzlich als Mitglied der Familie empfangen. Es herrschte eine ausgelassene, entspannte und familiäre Stimmung und in der Woche danach spürte man rasch den „Barcamp Blues“.


Ich bin im falschen Körper geboren – holt mich hier raus! Ein Vortrag zum Thema Transsexualität von Dana Diezemann

Der erste Vortrag am Samstag wurde eher aus Zufall gewählt, da es die erste Session war und alles noch etwas chaotisch ablief. Umso schöner, dass der Vortrag ein absoluter Glücksgriff war! Dana Diezemann, die vorher als Daniel Diezemann bekannt war, beschloss nach der Feststellung eines Hirntumors, dass das Leben doch eigentlich viel zu kurz sei und es an der Zeit wäre sich selbst zu verwirklichen. Und so entschied sie sich mit Mitte Vierzig ihr Leben als Frau, als Dana Diezemann, weiterzuführen. Dana ist eine wahnsinnig authentische, ehrliche und humorvolle Frau und hat mir so einige Male die Augen geöffnet. Denn egal für wie offen und aufgeklärt wir uns selbst halten, viel zu oft hadern wir mit den selben Vorurteilen und öffnen immer wieder die selben Schubladen, egal wie falsch es ist.

„Es geht keinen was an, was zuhause im Bett liegt oder was man in der Hose hat.“ (Dana Diezemann)

Ich war sehr berührt von diesem Vortrag und spürte, deutlich öfter als mir lieb war, eine Gänsehaut auf meiner Haut. Dana ist wahnsinnig selbstbewusst, auch wenn sie gesteht, dass dies nicht immer so der Fall war. Es war ein unglaublicher schwieriger Weg und eine unglaubliche Reise, von dem sie jedoch keine Sekunde bereut. Vor allem nicht, weil sie immer noch mit ihrer Partnerin zusammen ist und viele Menschen sie für ihren Mut bewundern.

Und eine Message habe ich ganz deutlich aus dieser Session mitgenommen und ist wirklich wichtig: „Transgender ist nicht das gleiche wie Transsexualität.“ Danke Dana!


Do´s & Don´ts im Selfpublishing – Ein Vortrag in Bezug auf die Plattform „Books on Demand“

Diese Session wurde von Thorsten, einem Mitarbeiter der Selfpublishing Plattform „Books on Demand“, gehalten und ich war sehr gespannt, wie kontrovers dieses Thema diskutiert werden würde. Leider war es mehr ein Vortrag von Thorstens Seite und obwohl er desöfteren das Publikum zur Diskussion anregte, fand ein intensiver Austausch nicht statt.

Thorsten präsentierte sehr ausführlich, welche Möglichkeiten man beim Veröffentlichen seines Werkes im Selfpublishing hat und an welchen Stellschrauben man drehen und somit auch viel erreichen kann. Viele der genannten Punkte, wie zum Beispiel dass Autoren sich über den Buchhandel und vergleichbare Werke vorher ausreichend informieren sollten, dass man lange vor der Veröffentlichung schon mit der Vermarktung des Buches beginnen sollte, dass man sich als Autor eine Corporate Identity schaffen sollte oder wie man sein Buch gestalten kann, waren mir vorher schon bekannt. Informativ dagegen waren die Beispiele, die Thorsten aus dem Repertoire zauberte und somit visuell seine Argumente verdeutlichen konnte.

„Wenn ihr die ganze Kontrolle habt, habt ihr auch alle Möglichkeiten. Entweder wird das Potenzial genutzt oder eben nicht.“ (Thorsten – Books on Demand)


Fazit

Nach viel zu kurzen Nächten, feucht fröhlichen Abenden, interessanten Sessions, tollen Gesprächen mit wundervollen Menschen und einer ebenso langen Heimreise, bin ich sehr glücklich am Sonntagabend ins Bett gefallen. Allem in allem war das Litcamp ein schönes Erlebnis bei dem ich viele Menschen, die ich bisher nur aus dem Netz kannte, persönlich kennenlernen konnte! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich noch einmal den weiten Weg für dieses Barcamp auf mich nehmen würde. Allen, die es noch nicht erlebt haben, empfehle ich es aber einmal auszuprobieren!

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