Im Gespräch mit Leo Aldan

Inhaltsangabe

Stell Dir vor, Du erwachst in völliger Dunkelheit. Stell Dir vor, Du weißt nicht, wo Du bist – Sie haben Dich entführt … Du kannst nicht entkommen … und Du weißt nicht, wo die Reise hingeht …

Der junge Astrophysiker Jake ahnt, dass er kurz davor steht, die spektakulärste Entdeckung in der Geschichte der Wissenschaft zu machen. Sie ist zum Greifen nah. Da verliert er buchstäblich den Boden unter den Füßen – und stürzt in die Tiefe.

Auf einem fremdartigen Schiff kommt er wieder zu sich. Als Gefangener. Niemand spricht mit ihm. Niemand beantwortet seine Fragen, doch er weiß, sie beobachten ihn.

In seiner Verwirrung ist ihm die hübsche Myriam Halt und Rätsel zugleich. Ist auch sie eine Gefangene? Oder ein Köder?

Als er endlich »entlassen« wird, erkennt er, dass Freiheit zu einer Illusion geworden ist. Er muss sich in einer exotischen Welt zurechtfinden – ein Paradies voller Geheimnisse und lauernder Gefahren. Aber je mehr Antworten er findet, desto mehr neue Fragen stellen sich, bis er eines Tages auf die schockierende Wahrheit stößt …

Squids - Die phantastische Reise des Jake Forrester - Leo Aldan
Titel: SQUIDS – Die phantastische Reise des Jake Forrester | Autor: Leo Aldan | Verlag: BookRix | Format: Ebook | Seitenanzahl: 502 | Preis: 5,99€

Interview

Erzählen Sie ein wenig von sich, Herr Aldan.

Also, ich bin in Frankfurt am Main aufgewachsen, habe Biologie studiert und in Biochemie promoviert. Anschließend habe ich in den Vereinigten Staaten in der AIDS-Forschung gearbeitet und mich dabei mit über 25 Publikationen profiliert. Eigentlich wollte ich ja nur ein „paar“ Jahre bleiben – daraus sind dann 20 geworden, in denen ich zwei Biotech-Unternehmen startete und zwei meiner Erfindungen patentierte. 2011 bin ich dann wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Sie haben schon viel in Ihrem Leben erreicht, worauf Sie sicherlich sehr stolz sind. Beschreiben Sie sich selbst mit einigen Worten.

Introvertierter Grottenolm.

Wie sind Sie als „Grottenolm“  dazugekommen, letztendlich eine andere Richtung einzuschlagen und Bücher zu schreiben? 

Ich hatte einen Kurs an der VHS gebucht: autobiographisches Schreiben. Das hat Spaß gemacht, also buchte ich andere: Phantastisches Schreiben, kreatives Schreiben. Eines Tages meinte der Leiter, nachdem ich meine Geschichte vorgelesen hatte: „Ja, so kannst du weiterschreiben.“ Das war, glaube ich, der Anfang.

Vom Wissenschaftler zum Autor ist nicht gerade der typische Werdegang. Wollten Sie denn schon immer Bücher schreiben, war es etwa ein geheimer Kindheitstraum von Ihnen?

Lesen. Lesen mochte ich. Je phantastischer und abenteuerlicher, desto besser. Selbst zu schreiben kam mir 2005 zum ersten Mal in den Sinn und ich fing mit Kurzgeschichten und Gedichten an.

Arbeiten Sie mittlerweile hauptberuflich als Autor oder ist das nur ein „Ding für nebenbei“?

Tja. Seit ich wieder in Deutschland bin, mache ich nichts anderes als Schreiben. Das heißt, ich lerne „das Schreiben“, das sich als schwieriger herausstellte, als ich am Anfang vermutete. Besonders hinderlich empfand ich meinen Abstand zur deutschen Sprache, da ich für 20 Jahre praktisch nur Englisch gesprochen habe.

Respekt! Was sind ihre Hobbys? Lesen Sie in ihrer Freizeit auch sehr gerne oder ist das dann doch zu viel des Guten?

Mich interessiert vieles. Malen und lesen, reiten, segeln, fliegen. Ich habe den US-Pilotenschein und hatte ein Pferd. Im Moment steige ich gerne auf Berge – wenn ich Zeit finde.

Waren Sie in der Schule gut in Deutsch?

Wenn ich meinem Deutschlehrer damals gesagt hätte, dass ich Schriftsteller werden wollte, hätte er sich vor Lachen auf dem Boden gewälzt (oder mich zum Schulpsychologen geschickt).

(Lacht.) Nun zu ihrem Werk als Autor, Herr Aldan. Beschreiben Sie ihren Roman mit drei Worten.

Epos auf Völkerverständigung.

Wie sind Sie auf die Idee für ihre phantastische Geschichte gekommen?

Oh, das ist eine lange Geschichte. Zunächst war da die Idee, dass der Kosmos anders funktioniert, als wir es glauben. Darüber habe ich bald fünf Jahre nachgedacht, bis ich eine verblüffend einfache Lösung fand. Für den Roman brauchte ich daher jemanden, dessen Wissenschaft auf diesen Prinzipien aufbaute  – Aliens. Und da ich Tintenfische mag, wurden die Oktoftewiltabinen geboren, die ich mit Namen versehen habe, die wie ihre Tentakel im Wasser schwingen. Dann brauchte ich jemanden, den sie belehren konnten, einen Wissenschaftler, Jake, ein von seinen Theorien überzeugter Ahnungsloser. Aber gleichzeitig musste er auch der Held sein. Das war schwierig. Er musste dann irgendwie zu den Aliens. Also Entführung, Klischee, gähn – da fiel mit die „artgerechte Tierhaltung“ ein – wie dressiert man Tiere, dass sie tun, was man will … wie manipuliert man Menschen – dann brauchte ich noch eine Liebesgeschichte – und dann stellte sich die Kardinalfrage: „Wie vereint man Völker?“ – so kam eine Idee zur anderen…

Das erklärt definitiv die 700 Seiten, die schließlich das Werk zu dem machen, was es heute ist. Was inspiriert bzw. motiviert Sie zum Schreiben?

Es ist das Leben, das mich inspiriert. Orte, an denen ich gewesen bin, Erlebnisse, politische Situationen, Umweltereignisse, um nur ein paar zu nennen. Treibende Motive, die ich in SQUIDS „literarisch verarbeitet“ habe, sind u. a. Völkerverständigung, Rassendiskriminierung und die Klimaveränderung.

Ziemlich tiefgründig. Haben Sie eine bestimmte “Technik” mit der Sie arbeiten, um Ihre Geschichten zu schreiben bzw. zu entwickeln und ihre Themen optimal durchzusetzen?

Anfangs habe ich wild drauflosgeschrieben: 400 Seiten voller bunter Ideen – aber etwas fehlte. Ich brauchte Struktur. Das Wissen habe ich mir aus Lehrbüchern angeeignet, während ich an SQUIDS schrieb. Wer ein Auge dafür hat, kann den Lernerfolg darin verfolgen. Meine bisherigen Geschichten sind „Story-driven“, d.h.: der Plot bestimmt das Geschehen. Dabei kommen die Figuren etwas zu kurz, es entsteht eine gewisse Distanz. In meinem neuen Roman versuche ich mehr „Charakter-driven“ zu schreiben, um mehr Nähe zu erwirken. Das fällt mir als ehemals berichteschreibendem Wissenschaftler deutlich schwerer.

Was sich als Technik bewährt hat ist Folgendes: Aus der Grundidee den Kernkonflikt festlegen, dann 3 Seiten Exposé schreiben. Daraus entwickle ich anschließend eine vorläufige Szenenabfolge.

Spezialisieren Sie sich nur auf dieses Genre – also Science-fiction?

SQUIDS gehört eigentlich in kein Genre.

Warum nicht?

Es ist eine Mischung aus SciFi, Fantasy, Satire und Thriller. Es ist nur deshalb im SciFi gelandet, weil es in den Weltraum geht. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Aber einige Klischees dieses Genres passten nicht zu der Geschichte, die ich erzählen wollte. So sind meine Aliens sehr menschlich, weil sie mir als Sinnbild dienen. Auch entspricht Jake nicht den Erwartungen eines Helden. Wenigstens am Anfang. Da steht er für den bornierten Rechthaber. Es war echt schwierig, ihn halbwegs sympathisch rüberkommen zu lassen. Meine Lieblingsfigur kommt später: Watemedaludes.

Stimmt, Watemedaludes gefällt mir auch sehr, wahrscheinlich, weil er einer der Wenigen ist, der Sympathie für die Homiden empfindet.  Was halten Sie selber von Ihrem Buch? Ist alles genauso, wie Sie sich das vorgestellt haben oder ist die Geschichte doch ganz anders ausgegangen?

Ein Lehrstück. Am Ende hatte ich so viel dazugelernt, dass ich die ganze Geschichte jetzt anders aufziehen würde. Aber es ist die erste Sprosse, die ich erklimmen musste, um weiterzukommen.

Sind Sie mit Ihrem Buch zufrieden?

Fast. Das nächste wird besser.

Stimmen Sie der Aussage zu, dass Sie sehr perfektionistisch auf die Ausarbeitung ihres Buches reagieren und sehr selbstkritisch sind?

Da kann ich nur mit „Ja“ antworten und bin mir bewusst, dass es negative und positive Aspekte hat.

Eine gesunde Selbsteinschätzung kann einem im Leben viel weiterhelfen. Eine abschließende Frage habe ich da noch: Glauben Sie denn, gerade im Bezug auf ihr erschienenes Werk, an Außerirdische?

Definitiv.

6 thoughts on “Von Oktoftewiltabinen bis Watemedaludes – Im Gespräch mit Leo Aldan

  1. Aloha G.!

    Das ist ein total cooles Interview! Ich finde es toll, dass man mal den Autor zu einem Buch auf diese Weise kennenlernen kann. Sonst ist dies ja nur den „Profis“ vorbehalten 😉

    Mich würde interessieren, ob es das erste Buch von Herrn Aldan war und ob er sich tatsächlich so die „Ausserirdischen“ vorstellt.

    Angelice

    1. Hallo Angelice,

      ersteinmal vielen Dank für deine lieben Worte 🙂
      Gerne leite ich deine Frage an den Autor weiter und melde mich sobald ich eine Antwort darauf habe 🙂

      Liebe Grüße!

    2. Hi Angelice,
      vielen herzlichen Dank für dein Interesse 🙂
      SQUIDS ist in der Tat mein erster großer Roman. Davor habe ich aber schon zwei kurze Roman geschrieben und einen davon (Die Todesfalle am Gravel Creek) im Self-Publishing veröffentlicht.
      Wie ich mir „die Ausserirdischen“ vorstellen muss, weiß ich nicht. Die Natur hat ja schon auf der Erde eine große Verschiendartigkeit an Lebewesen hervorgebracht. Dass sie so aussehen wie die Oktoftewiltabinen ist eine von vielen Möglichkeiten. Ich fand sie auf ihre Weise putzig und wollte, dass sie sich von den im SciFi üblichen Aliens unterscheiden.
      Ganz liebe Grüße
      Leo

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