Interview: Im Gespräch mit Kim Leopold

Wer ist Kim Leopold?

Kim Leopold

„Kim Leopold wurde 1992 geboren und lebt derzeit mit Freund und Katz im schönen Münsterland. Schreiben und Reisen gehören zu ihren Hobbies, die sie gerne verbindet, in dem sie über Orte schreibt, an denen sie schon gewesen ist. „Love, Kiss, Cliff“ ist ihr erster Roman, der 2015 bereits als Blogroman auf ihrem Bücherblog www.allthesespecialwords.blogspot.de zu lesen war.“ (Quelle)

Kim Leopold findet ihr zusätzlich auf Facebook, Instagram oder Twitter.


Inhaltsangabe

Ascheregen - Kim Leopold

Love, Kiss, Cliff - Kim Leopold

Worum geht es in „Love, Kiss, Cliff?

„Ein Nerd mit Schokoladenaugen, ein verletzlicher Draufgänger und ein Musiker mit rauchiger Stimme – wen wird sie lieben, wen küssen und wen über die Klippe stoßen?
An Ablenkung fehlt es Meredith nicht, als sie nach dem Tod ihrer Mutter in die Stadt zieht, die niemals schläft. Zwischen Sonnenaufgängen und Tänzen bei Kerzenschein versucht sie, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn ein totes Mädchen zwischen ihr und ihren Mitbewohnern steht und ihr Dad nach jahrelanger Funkstille versucht, eine Beziehung zu ihr aufzubauen. Wie kann sie da noch an die Liebe denken?“

Worum geht es in „Ascheregen“?

„Hast du schon mal drüber nachgedacht, was Glück eigentlich bedeutet?
Fast zwei Jahre ist es her, dass Ashton Parker vor seinen Gefühlen geflohen ist. Mittlerweile ist er Bestsellerautor, aber glücklich ist er trotzdem nicht. Als dann auch noch eine Praktikantin den Platz seiner Lektorin einnimmt und einen Folgeroman fordert, bucht er kurzerhand ein Ticket nach Irland, um ihr aus dem Weg zu gehen.
Camille Dubois bekommt die Chance ihres Lebens geboten: Sie soll den Bestsellerautor Ashton Parker zu einem neuen Buch überreden, um sich einen Platz im Lektorat zu sichern. Bald stellt sie fest, dass Parker ein Sturkopf ist und damit nicht nur ihrer beruflichen Karriere, sondern auch der Flucht aus ihrer privaten Hölle im Wege steht. Aber so schnell gibt sie nicht auf.“


 Das Interview

Erzähl mir von dir, liebste Kim. Alles was dir als wichtig erscheint, was dich ausmacht und was du bisher erlebt hast, ist hier gut aufgehoben.

Gerne! Ich bin Kim, 24 Jahre alt und manchen von euch vielleicht vom Blog „All These Special Words“ bekannt. Dort blogge ich schon seit zweieinhalb Jahren über Bücher, das Schreiben und das Leben. Besonders im letzten Jahr lag der Fokus auf meinem Leben, denn ich habe im Oktober letzten Jahres die Diagnose Brustkrebs bekommen und habe seitdem regelmäßig über die Therapie berichtet, um anderen jungen Frauen klar zu machen, dass Brustkrebs nicht vor dem Alter Halt macht. Ich habe also mittlerweile schon ganz schön viel erlebt und würde sagen, dass mich ganz besonders das letzte Jahr stark geprägt hat. Wenn man meinen Blog liest, wird man schnell feststellen, dass die Frage nach dem ganz persönlichen Glück für mich im Vordergrund steht.

Beschreibe dich selbst mit wenigen Worten.

Ich bin ein unverbesserlicher Optimist, zielstrebig und sehr geduldig.

Dein absolutes Lieblingsbuch? Welches und warum?

Puh, das ist eine Frage, die ich noch nie so wirklich beantworten konnte. Ich lese viele Bücher, aber nur ganz wenige davon mehrfach. „Harry Potter“ und „Die Unendliche Geschichte“ gehören dazu, aber auch die habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Dieses Jahr haben mir bisher die „Angelfall“ Trilogie und „The Wrath & the Dawn“ am besten gefallen. Die fand ich beide toll, weil sie in allen Aspekten bei mir punkten konnten. Im Bereich Non-Fiction gehören „The ONE Thing“ von Gary Keller und „The Miracle Morning“ von Hal Elrod zu meinen Lieblingsbüchern, weil sie mich sehr motivieren und inspirieren konnten. Ich kann nur jedem empfehlen, die beiden Bücher zu lesen, wenn ihr das Gefühl habt, euer Leben könnte ein bisschen „Mehr“ vertragen.

Dein Lieblingsgedicht?

Das ist schon einfacher. Früher war es „Abendphantasie“ von Friedrich Hölderlin. Heute lese ich am liebsten Schreibmaschinengedichte, die man gut auf Pinterest findet. Einer meiner Lieblingsdichter ist Leo Christopher. Wer Empfehlungen für Gedichtbände hat, immer her damit – ich suche immer mal wieder danach.

Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?

Ich bin auf dem besten Weg dahin. Für mich war immer klar, dass ich mit dem Schreiben mein Geld verdienen will. Mittlerweile habe ich meinen „Lebenssinn“ ein    bisschen ausgeweitet und möchte auch anderen Menschen in diesem Bereich helfen. Diesen Bereich meines Lebens werde ich im kommenden Jahr weiter ausbauen,  damit ich nach dem Abschluss zwei finanzielle Standbeine habe und im Idealfall selbstständig arbeiten kann.

Gehst du kritisch mit dir selbst um?

 Mal mehr, mal weniger. Ich habe gelernt, geduldig zu sein und kreative Phasen zu nutzen, wenn sie kommen. Es bringt mich nicht wirklich voran, mich zur Arbeit zu zwingen, wenn ich keine Lust habe. Früher habe ich das immer an mir kritisiert und mich mit Schuldgefühlen herumgeplagt. Heute bin ich da etwas gelassener. Der innere Kritiker darf nur herauskommen, wenn ich ihm das erlaube.

Warst du in der Schule gut in Deutsch?

Ich denke schon. Es war auf jeden Fall eins meiner Lieblingsfächer und meine Noten waren eigentlich auch immer im ziemlich guten Bereich. Ich habe dann auch    Germanistik studiert, aber dazu würde ich nicht unbedingt raten, wenn ihr auch gerne schreibt. Dieses theoretische Herangehen an Texte ist nämlich ein absoluter   Kreativitätskiller.

Wie bist du dazugekommen Autorin zu sein? Wie hat alles begonnen?

Ich habe Geschichten schon immer gemocht. Also habe ich irgendwann angefangen, eigene zu schreiben. Die erste, an die ich mich noch erinnere, spielte auf Rhodos – ich habe also schon von Anfang an meine Geschichten an den Orten spielen lassen, die ich schon besucht habe. Richtige Autorin wurde ich ja dann erst mit der Veröffentlichung meines ersten Romans „Love, Kiss, Cliff“ im April diesen Jahres. Ich denke, wenn ich nicht krank geworden wäre, hätte ich wahrscheinlich noch eine halbe Ewigkeit gebraucht, um endlich soweit zu sein. So war die Veröffentlichung eines Buches ein Ziel, das ich unbedingt erreichen wollte, bevor ich sterbe. Ich bin zwar nie wirklich davon ausgegangen, dass ich während der Therapie draufgehen könnte, aber sicher ist sicher. Und jetzt bin ich wieder gesund und habe schon das zweite Buch veröffentlicht.

Was bedeutet das Schreiben für dich?

Schreiben bedeutet für mich Ablenkung von einem Leben, das manchmal sehr   anstrengend sein kann. Es ist Ablenkung für mich und mit meinen Geschichten  schaffe ich Ablenkung für andere und mache sie so für wenige Stunden glücklich. Und das wiederum macht mich glücklich.

Hast du eine bestimmte Technik mit der du arbeitest und deine Geschichten entwickelst?

Das kommt immer ganz auf die Geschichte an. Wer meine beiden Bücher gelesen hat, wird gemerkt haben, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten, obwohl es  beides Liebesromane sind. Das liegt daran, dass sie vollkommen unterschiedlich entstanden sind. „Love, Kiss, Cliff“ habe ich als Blogroman geschrieben. Da das zuerst nur eine Spielerei für mich war, habe ich mir überhaupt keine Gedanken zum Plot gemacht, bis ich das irgendwann tun musste. Das Wichtigste war, möglichst viele Cliffhanger einzubauen, damit die Leser bei der Stange bleiben. Bei „Ascheregen“ stand die Geschichte schon vorher im Kopf. Da war mir sofort klar, dass die Reise meine beiden Charaktere nach Irland führen sollte und ich habe die Geschichte zu gut 2/3 entwickelt, bevor ich überhaupt angefangen habe zu schreiben. Somit ist der Plot etwas ruhiger und hm, „klassischer“, würde ich sagen. Auch bei den Geschichten, die für die kommenden Monate geplant sind, sind meine Herangehensweisen ganz unterschiedlich und ich bin jetzt schon gespannt, welche Geschichten daraus entstehen.

Was inspiriert oder motiviert dich beim Schreiben?

Musik, Pinterest, Freundinnen, mit denen ich gerne übers Schreiben schreibe. Und allen voran: Reisen. Ich kann euch jetzt schon versprechen, dass irgendwann ein Buch entstehen wird, dass an der Côte d’Azur spielt. Da war ich nämlich dieses Jahr im Urlaub. Ich hoffe auch, in Zukunft viel reisen zu können, um weiter Inspiration zu sammeln.

Was ist deine größte Schwierigkeit beim Schreiben?

Das Anfangen. Wenn ich einmal dabei bin, geht es fast wie von alleine, aber bis ich erstmal angefangen habe … da können schon mal Tage (räusper), okay, Wochen   vergehen. Ich habe auch leider noch kein richtiges Rezept, um mich wieder zu motivieren. Irgendwann macht es einfach Klick und es läuft wieder, aber einen    Auslöser habe ich noch nicht gefunden. Deswegen trödele ich auch gerade etwas mit der Geschichte („Hundert minus einen Tag“) herum, die im November erscheinen soll.

Die ersten zwei Romane deiner „How to be happy“ Reihe“ sind bereits erschienen. Beschreibe deine Werke mit drei Worten.

Liebe, Freundschaft, Glück

Was möchtest du der Welt mit den beiden Geschichten mitteilen?

„Was bedeutet eigentlich Glück?“ – Das ist eine Frage, hinter der meine Protagonisten irgendwie immer her sind. Es geht nicht unbedingt darum, dass sie sich verlieben (klar, das macht einen großen Teil der Handlung aus), sondern vor allem darum, dass sie mit sich wieder ins Reine kommen und ihren Platz in der Welt finden. Mit meinen Büchern möchte ich meine Leser dazu anhalten, nach ihrem persönlichen Glück zu suchen, bis sie es gefunden haben.

Im zweiten Teil steht außerdem der Fokus auf die Schönheit des Lebens im Vordergrund. Die Geschichte ist während meiner Therapie entstanden und so enthält sie einige „Weisheiten“, die ich in den letzten Monaten gelernt habe, z.B. sich auch an den kleinen Dingen im Leben zu erfreuen. Das hilft dabei, im Großen und Ganzen glücklicher zu sein.

Was hat dich zu der Handlung von „Love, Kiss, Cliff“ und „Ascheregen“ inspiriert?

New York und Irland. Die beiden Handlungsorte meiner Romane habe ich selbst besucht und war von ihnen so bezaubert, dass ich einfach nicht anders konnte, als  eine Geschichte darüber zu schreiben. Ich glaube, das merkt man den Geschichten auch an – in den Rezensionen wird zumindest häufig das Setting gelobt.

Du sprichst oft davon, „glücklich zu sein“ und mit „sich ins Reine zu kommen“. Was macht dich wirklich und wahrhaftig glücklich?

Ich bin ziemlich leicht glücklich zu machen. Meine Freund und mein Kater machen mich glücklich, meine Familie und Freunde, meine Leser, wenn sie mir berichten, wie gut ihnen meine Bücher gefallen haben … Genauso kann mich aber auch mein morgendlicher Cappuccino glücklich machen oder ein schöner Sonnenuntergang ooooder eine Tafel Schokolade.

Wie sieht dein perfekter Tag aus?

Mein perfekter Tag startet spätestens um sechs Uhr morgens gemeinsam mit meinem Freund mit dem „Miracle Morning“ aus dem Buch von Hal Elrod. Dann    meditiere ich, sage mir meine Affirmationen auf, visualisiere meine Ziele, schreibe kurz Tagebuch und lese ein paar Seiten in einem Ratgeber, bevor wir eine halbe Stunde Joggen gehen. Anschließend wird geduscht und in aller Ruhe gefrühstückt (dabei schaue ich meistens ein paar inspirierende YouTube-Videos) und dann arbeite ich bis zum Mittag an den wichtigsten Aufgaben des Tages. Die Mittagspause nutze ich ganz unterschiedlich, am Nachmittag arbeite ich dann weiter, erledige andere nicht so wichtige Arbeiten und bin pünktlich zum Feierabend fertig mit meinem Tagespensum, um den Abend gemeinsam mit meinem Freund genießen zu können.

Leider wird das ab Oktober wieder schwieriger, weil ich dann mein Studium fortsetze und nicht mehr jeden Tag an meinen Zielen arbeiten kann. Das macht mich jetzt schon ein bisschen traurig, aber ich hoffe, dass ich trotzdem gut um mein Studium herum planen kann.

Welchen Traum würdest du dir gerne erfüllen?

Das ist auch keine leichte Frage. Ich habe mir schon einige Träume erfüllt, an manchen (z.B. dem selbstständigen Start ins Arbeitsleben) arbeite ich gerade. Als nächste wirklich große Träume steht eine Hochzeit im Sommer 2018 an und dann müssen wir mal schauen, was das Leben für uns bereithält. Wir würden gerne noch mehr Reisen, aber das ist nicht so leicht, da ich noch Studentin bin und wir einen kleinen Kater haben, den wir nicht wochenlang alleine lassen können. Es gibt auf jeden Fall noch einige Ziele, auf die ich zu arbeite, aber Träume gibt es merkwürdigerweise nur wenige. Entweder liegt das daran, dass jeder meiner Träume zu einem Ziel wird, oder daran, dass ich rundum glücklich bin – ich weiß es nicht.

Gibt es etwas, was du in deinem Leben bereust gemacht zu haben und ändern würdest, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest?

Ich würde nichts anders machen, denn das, was passiert ist, hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin und damit bin ich im Großen und Ganzen   zufrieden. Ich habe mir antrainiert, nicht zurückzublicken, um etwas zu bereuen, sondern nur, um auf das stolz zu sein, was ich bereits geschafft habe.

Auf welche zwei Dinge könntest du nicht verzichten?

Meinen Laptop und … Puh, jetzt kann ich mich tatsächlich nicht zwischen meinem Handy und meinem Bullet Journal entscheiden. Mein MacBook liebe ich über alles und will es nie wieder hergeben. Die Umstellung von Windows auf Apple war zwar hart, aber mittlerweile kann ich mir mein Leben kaum noch ohne vorstellen: Schreiben, Bloggen, geheime Dinge für nächstes Jahr machen – das MacBook ist mein Arbeitsplatz, den ich überall mit hinnehmen kann. Mein Handy liebe ich auch  über alles, was sich wirklich ein bisschen oberflächlich anhört, aber damit kann ich unterwegs lesen oder Musik/Hörbücher hören, mich durch fremde Länder navigieren lassen, Fotos schießen, mit meinen Freunden Kontakt haben – so viele Sachen, die ich täglich mache (die fremden Länder vielleicht nicht…) und nicht missen möchte. Genauso wichtig und unersätzlich ist aber auch mein Bullet Journal. In dem kleinen Büchlein passiert die ganze Magie. Darin lege ich meine Ziele fest, schreibe alles auf, was irgendwie wichtig ist, blicke zurück und evaluiere – das Buch ist quasi mein Leben auf Papier, damit ich auch ja nichts vergesse.

Hier kannst du alles loswerden, was du schon immer mal loswerden wolltest.

Hört nicht auf, nach eurem Glück zu streben und geht zum Arzt, wenn ihr einen Knoten in eurer Brust tastet. Danke, Giverney, für die tollen Interviewfragen. Ich hatte super viel Spaß beim Beantworten und hoffe, dass es euch beim Lesen genauso ging.

Liebste Kim, vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Antworten. Das Interview hat mir sehr viel Spaß gemacht und es war mir eine Freude, mit dir zu arbeiten.

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