Interview: Im Gespräch mit Anna Herzig

Wer ist Anna Herzig?

Profil - Anna Herzig

„Anna Herzig wurde 1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren. Ihre Begeisterung für Literatur zeigte sich sehr früh. Nach unzähligen gelesenen Büchern beschloss sie bereits im Alter von 14 Jahren, ein eigenes Buch zu schreiben. 2005 erschien ihr erster Roman, der Thriller “Der Tod kann warten”. Die junge Österreicherin nahm daraufhin unter anderem an der Kriminacht in Wien teil. Seit 2007 widmet sie sich einem neuen Genre, der Liebesgeschichte. Im Sommer 2013 schloss sie “Zeit für die Liebe” ab und schreibt nun bereits an einer neuen Liebesgeschichte – die eigentlich gar keine ist. Die Autorin lebt in Wien und arbeitet im Recruiting-Bereich.“ (Quelle)

Zuerst hörte ich von Anna Herzig auf der Plattform „Lovelybooks“, wo ich mich für eine Leserunde zu ihrem Roman „Er und Sie: Anatomie einer Liebe“ beworben habe. Ich habe tatsächlich auch ein Exemplar zugeschickt bekommen und rezensiert – erinnert ihr euch? Das war vor gut einem Jahr und ich war noch ziemlich naiv und offen für fast alles in der Bloggerwelt unterwegs. Seitdem hat sich viel verändert, Anna und ich freundeten uns auf Facebook an und kamen immer mehr ins Gespräch. Letztendlich haben wir dieses wundervolle Projekt zu Anna´s neuester Kurzgeschichte „Istanbul“ auf die Beine gestellt und beginnen heute mit der Vorstellung der Geschichte und einem direktem und ehrlichem Interview ohne viel Schnick Schnack.

Anna findet ihr unter anderem auf ihrer eigenen Website, Facebook, Goodreads und Lovelybooks.


Worum geht es in „Istanbul“ von Anna Herzig?

Cover Istanbul - Anna Herzig

„Wien. Zwei fremde Männer begegnen sich zufällig in einer warmen Sommernacht an einer verlassenen Bushaltestelle und warten auf den

Nachtbus. Was als eine harmlose Unterhaltung zwischen dem in die Jahre gekommenen Albert „Bertl“ einem Außendienstmitarbeiter für Druckerpatronen und Pawel, dem jungen, hippen, weltoffenen Fotografen beginnt, ufert nach ein paar verpassten Bussen, Alkohol und gerauchtem Marihuana in heftige Diskussionen aus.

Albert, Pawel und der randvoll gefüllte Flachmann mit Jägermeister kämpfen sich zu dritt durch eine immer skurriler werdende Nacht.“

„Istanbul“ von Anna Herzig ist ab dem 02. September überall dort erhältlich, wo es Ebooks gibt.


Das Interview

Erzähl mir ein wenig von dir, Anna.

29 Jahre alt, schreibend momentan in Wien. Arabische und kanadische Wurzeln. Brillenträgerin. Horrofilmfreak. Keine Haustiere. Impulsiv.

Beschreibe dich selbst mit einigen wenigen Worten.

Stur, humorvoll, chaotisch.

Wolltest du schon immer Geschichten/Bücher schreiben?

Ich wollte Tierärztin werden, dann Nachrichtensprecherin, dann Schriftstellerin.

Bist du hauptberuflich noch anderweitig tätig oder ist das Schreiben dein Beruf?

Brotberuf vorhanden.

Liest du in deiner Freizeit mindestens genauso gerne wie du auch das Schreiben verfolgst?

Ich lese sehr viel und quer durcheinander. Ich hatte einen wundervollen Sommerauftakt mit dem „Distelfink“ von Donna Tartt. Ein Glücksgriff.

Warst du in der Schule gut in dem Fach Deutsch?

Mit Deutsch hatte ich nie ein Problem, nur mit Mathematik. Bis heute sind wir distanzierte, unglücklich Verliebte.

Wie bist du dazugekommen Autorin zu sein? Wie hat alles begonnen?

Ich war ein sehr ruhiges Kind und introvertiert. Dadurch bin ich irgendwann automatisch zum Lesen gekommen und habe nie wieder damit aufgehört. Das erste Buch, das mich beeindruckt hat, war „Friedhof der Kuscheltiere“, den Autor muss man hierbei wohl nicht nennen. Ich war zarte elf Jahre alt und habe mir salopp gedacht: „Okay, wenn der das kann, kann ich das auch“. Sehr mutig und arrogant, richtig?

Gehst du kritisch mit dir selbst um?

Jeden verdammten Tag 🙂

Hast du eine bestimmte Technik mit der du arbeitest und deine Geschichten entwickelst?

Nein. Ein Grundgedanke ist vorhanden, aber dann lege ich einfach los und sehe zu, was passiert.

Was ist deine größte Schwierigkeit beim Schreiben?

Die Selbstzweifel. Aber die sind auch schön. Da kann man so ein bisschen leidend baden darin 🙂 Das gehört afoch dazu, zum Schriftstellerdasein.

Was inspiriert oder motiviert dich beim Schreiben?

Abrufbare Erinnerungen, Eindrücke und Gefühle. Das Rekonstruieren von Momenten, das Aufbauen von Gedankenkonstrukten. Eine handvoll Personen, die mich nachhaltig beeindrucken.

Beschreibe deine Geschichte „Istanbul“ in drei Worten.

Zerrissenheit, Leidenschaft, Spieltrieb.

Was hat dich zu der Handlung von „Istanbul“ inspiriert?

Jemand ganz besonderer, ein genialer, sehr talentierter Mensch. Oder so.

Wie bist du auf die Idee für „Istanbul“ gekommen?

Ausgezeichnete Frage. So genau habe ich das mit mir selbst noch nicht besprochen.

Was hältst du selbst von deiner Geschichte? Bist du mit dir selbst zufrieden?

Zwei sehr schwierige Fragen, und eventuell hätte ich Antworten.

Wenn du könntest, würdest du etwas an der Geschichte ändern?

Ändern würde ich nichts. Ich habe alles reingepackt, was mir wichtig war.

Was möchtest du der Welt mit „Istanbul“ mitteilen? Was ist die Kernaussage?

Nützt Chancen, nützt das Leben, nicht verstecken. Vor nichts und niemandem. Es ist ganz wichtig, Angst und Mut in gleichem Maße auf den Knien auszubalancieren. Sonst verpasst man was.

Gibt es etwas, was du in deinem Leben bereust gemacht zu haben und ändern würdest, wenn du die Zeit zurückdrehen könntest?

Oh, Boy. Darüber denke ich dann im letzten Lebensdrittel nach. Aber klar, Katharsis gehört zum Leben dazu.

 

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